Die zweijährige Berufsfachschule vermittelt in der Kombination von
berufspraktischer, berufstheoretischer und allgemeiner Bildung eine breite
berufsfeldbezogene Grundbildung und einen Mittleren Abschluss. Sie ist also
für alle diejenigen ein interessanter Bildungsweg, die die Verbindung von
praktischem und theoretischem Lernen wünschen und sich bereits für ein
Berufsfeld entscheiden können.
2. Zugangsvoraussetzungen
Voraussetzungen für die Aufnahme sind:
1. ein qualifizierender Hauptschulabschluss oder
2. beide folgenden Punkte:
a) ein Hauptschulabschluss, der folgende Bedingungen erfüllt. Mindestens
"befriedigend" in zwei der Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik und im dritten
Fach nicht schlechter als "ausreichend" sowie in allen anderen Fächern im
Durchschnitt mindestens "befriedigend".
b) Zusätzlich ist ein schriftliches Gutachten der Klassenkonferenz an der abgebenden
Schule erforderlich. Darin wird, auf Grund von Lernentwicklung, Leistungsstand und
Arbeitshaltung, die Eignung für einen erfolgreichen Abschluss bescheinigt.
und
3. Bei Eintritt in die BFS darf das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet sein.
4. Es darf noch keine zweijährige Berufsfachschule länger als ein Jahr besucht und
5. noch keine duale Berufsausbildung absolviert sein.
3. Abschlussprüfung, Qualifikationen und Berechtigungen
Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird eine schriftliche und praktische
(evtl. auch mündliche) Prüfung durchgeführt.
Schriftliche Prüfung im berufsbildenden Lernbereich (Fachtheorie) und in
den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch.
Projektprüfung im berufsbildenden Lernbereich mit dem Schwerpunkt Fachpraxis.
Eine mündliche Prüfung kann in Zweifelsfällen durchgeführt werden.
Der erfolgreiche Abschluss beinhaltet eine Doppelqualifikation:
Das erste Jahr der Berufsausbildung kann in einem dem Berufsfeld zugeordneten Ausbildungsberuf angerechnet werden.
Ein dem mittleren Abschluss gleichwertiger Abschluss wird erworben.
4. Anschlussausbildung
Erfolgreiche Absolventen der Berufsfachschule nehmen eine - oft verkürzte -
Berufsausbildung im dualen System auf. (Nach erfolgreicher Berufsausbildung besteht
die Möglichkeit den einjährigen Ausbildungsgang der Fachoberschule (Form B) zur
Erlangung der Fachhochschulreife zu besuchen.)
Direkter Übergang in die Fachoberschule des zweijährigen Ausbildungsganges
(Form A), der ohne Erstausbildung zur Fachhochschulreife führt.
Der Besuch eines beruflichen Gymnasiums oder des Hessenkollegs sind auch möglich.
Die Bildungswege unter Punkt 2. und 3. sind an besondere Bedingungen geknüpft.
5. Anmeldung, Aufnahme
Die Anmeldung erfolgt durch die Erziehungsberechtigten über die bisher besuchte Schule
bis spätestens 30. April (Anmeldeformulare erhalten Sie an Ihrer Schule oder im
Sekretariat der Theodor-Litt-Schule Gießen). Der Anmeldung sind das letzte
Halbjahreszeugnis (beglaubigte Fotokopie) und ggf. das Eignungsgutachten beizufügen.
Der Besuch der Zweijährigen Berufsfachschule setzt Eignung für das gewählte Berufsfeld
voraus. Die aufnehmende Schule berät in Zusammenarbeit mit der abgebenden Schule über
Eignungsvoraussetzungen für das gewählte Berufsfeld. Wenn für die Schülerin oder den
Schüler ein anderes Berufsfeld besser geeignet erscheint, sollte die Berufsberatung
zusätzlich in Anspruch genommen werden.
Über die Aufnahme entscheidet der Schulleiter der Theodor-Litt-Schule. Die Entscheidung
über die vorläufige Aufnahme wird der Bewerberin oder dem Bewerber schriftlich bis spätestens
15. Mai mitgeteilt.
Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme wird erst bei Vorlage des Zeugnisses über
den Hauptschulabschluss getroffen.
Das Zeugnis (beglaubigte Fotokopie) über den Hauptschulabschluss muss spätestens eine Woche
nach Ausstellung bei der Theodor-Litt-Schule vorgelegt werden.